Poppig bunte und stabile Einkaufstaschen und -körbe von Madras Carry aus recycelten Plastikflaschen werden aktuell im Fellbacher Weltladen angeboten.

Madras Carry wurde von Marlene Stroband und ihrem Mann gegründet, die seit 2014 in Chennai, dem ehemaligen Madras, in Indien leben. Das Land hat sie mit seiner faszinierenden Kultur, den Sinneseindrücken, der Landschaft und seinen warmherzigen Menschen sofort in den Bann gezogen. Doch auch die negativen Eindrücke, Armut, der Umgang mit Frauen, kranken oder behinderten Menschen und die Umweltverschmutzung haben einen tiefen Eindruck bei hinterlassen, deshalb haben sie etwas dagegen unternommen.

Gemeinsam mit einer lokalen fair trade zertifizierten Organisation werden Taschen und Körbe aus recyceltem Kunststoff handgefertigt produziert und in Deutschland verkauft. Zur Zeit arbeiten dort etwa 60 Frauen, die aufgrund ihrer sozialen oder gesundheitlichen Situation schlechte Chancen auf dem lokalen Arbeitsmarkt haben. Durch den Verkauf soll die Produktion vor Ort wachsen, damit in Zukunft noch mehr Frauen geholfen werden kann.

In Indien gibt es kein Recyclingsystem und die staatliche Müllabfuhr ist an vielen Orten völlig überfordert. Plastik landet daher oft in der freien Natur bzw. in Gewässern, von wo aus es ins Meer getragen wird. Doch Kunststoff, insbesondere das farblose Polyethylen, aus dem Trinkflaschen hergestellt werden, lässt sich gut wiederverwerten. Diese Trinkflaschen werden von sogenannten Rag Pickern gesammelt und danach aufbereitet: Das Polyethylen wird gereinigt, kleingeschreddert und unter Zugabe von Farbe in Drähte eingeschmolzen. Aus diesen flechten die Frauen Madras Carry Taschen und Körbe. Etwa 50 Trinkflaschen ergeben eine Tasche. 

Natürlich kann Plastikrecycling nur einen kleinen Teil zur Reduzierung der großen Mengen beitragen, die täglich durch den unachtsamen Umgang verbraucht und weggeworfen werden. Eine Veränderung des Bewusstseins im Umgang mit Plastik schafft vor allem Bildung. Daher werdenOrganisationen unterstützt, die den sorgsameren Umgang mit Ressourcen an Schulen unterrichten.

Alle Produzentinnen sind Bewohnerinnen der Slums von Chennai. Die meisten dieser Frauen sind verlassen, körperlich behindert oder krank und haben es aufgrund ihrer Situation sehr schwer, auf dem lokalen Arbeitsmarkt eine adäquat bezahlte Arbeit zu finden. Sie werden fair bezahlt und können unter guten Bedingungen arbeiten. Sie dürfen ihre Arbeit mit nach Hause nehmen und sich so um ihre Kinder kümmern, wenn diese aus der Schule kommen. Die Löhne können bis zur Fälligkeit der Rechnungen am Monatsende aufbewahrt werden, damit z.B. ein alkoholabhängiger Ehemann keinen Zugriff auf das Geld bekommt. Die Kinder der Frauen werden durch einen Bildungsfond unterstützt, so können sie bis zur 12. Klasse eine gute Schule besuchen. Unterstützung erhalten die Frauen mit dem Schulgeld, auch die Beträge für Schuluniform und Bücher werden übernommen. Nach der Schule gibt es die Möglichkeit, einen Bildungskredit mit geringen Zinsen für das Studium zu beantragen.

Die Produkte wurden vom TÜV Rheinland in mehreren Stichproben auf ihre Unbedenklichkeit geprüft. Mehr unter Madras Carry

Madras Carry macht aus Trinkflaschen bunte Taschen
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